Erfolgreicher Abschluss für ein Frauenprojekt

Auf dem Foto sind zu sehen (von links nach rechts):

1. Johannes Wolters, Leiter St. Konrad Seniorenzentrum
2. Anja Wiesner, Bereichsleiterin MaßArbeit
3. Anne Busse-Klatt, MaßArbeit/ Projektpatin
4. Claudia Gehling, ehemalige Teilnehmerin am Projekt/ jetzt Mitarbeiterin
im Seniorenzentrum
5. Silvia Diekmann, Hauswirtschaftsleitung St. Konrad Seniorenzentrum
6. Elke Wobker, Projektmitarbeiterin Ev. Fabi
7. Hella Rehberg-Kleffmann, Projektmitarbeiterin Ev. Fabi!

I. Eckdaten
Auftraggeber: MaßArbeit kAöR, Landkreis Osnabrück
Projektname: BaF – Berufstätigkeit für allein erziehende Frauen (5. Durchgang)
Projektdauer: Für den Bildungsträger – August 2009 bis September 2010 -
für die Teilnehmerinnen – September 2009 bis August 2010
Projektmitarbeiterinnen: Elke Wobker, Hella Rehberg-Kleffmann (sozialpäd. Beratung/ Einzelfallarbeit) – Elke Berning (Projektleitung) – Marita Tegeler (Buchhaltung) – weitere Fachreferenten auf Honorarbasis
Teilnehmerinnen: insgesamt 31 Frauen – 15 Vermittlungen in Arbeit (davon 5 geringfügig beschäftigt). Die meisten Arbeitsplätze wurden in den Bereichen „Senioren-Alltagsbetreuung“, „Hauswirtschaft-Reinigung“ und „Verkauf“ gefunden. Weitere Tätigkeitsfelder sind „Lager/ Kommissionieren“, „Call-Center“, „Gastronomie“, „Fußpflege“ und „Kinderbetreuung“. Bei drei weiteren Frauen sind noch Optionen auf Arbeitsverträge offen, die zum Projektende am 31.08.10 noch nicht umgesetzt werden konnten.
Vorzeitiger Abbruch der Teilnahme fand bei 10 Teilnehmerinnen statt – davon waren nur zwei in Kündigungen seitens des Projektträgers begründet.
In der Summe bedeutet das, dass zum 01.09.2010 nur 5 Frauen Arbeit suchend bleiben, die nun wieder in die alleinige Betreuung und Vermittlung von MaßArbeit zurückgehen.

Arbeitserprobung im Rahmen des Projektes: Die praktisch-konkrete Arbeitserprobung in realen Einrichtungen und Betrieben stellt das wichtigste Übungs- und Lernfeld für die Teilnehmerinnen dar.
Der erste Kontakt zum Arbeitsmarkt erfolgte über Arbeitsgelegenheiten (AGH) in sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen: Seniorenheime, Großküchen von Sozialeinrichtungen, Kindergärten/ Kindertagesstätten, „Soziales Kaufhaus“ und „der Tafel“.
Dazwischen lagen ein bis max. drei Praktika am ersten Arbeitsmarkt von max. 4 Wochen Dauer pro Stelle. Hier wählten die Teilnehmerinnen Betriebe wie z.B. Gebäudereinigung, Pferdepflege, Apotheke, Einzelhandel, Fußpflegerin usw. aus.

II. Projektverlauf
Der fünfte Durchgang des Projektes war von Beginn an auf maximale Flexibilität betreffend den individuellen Verlauf für die einzelne Frau ausgelegt. Lediglich der erste Projektmonat wurde in der Gesamtgruppe absolviert – ein intensives Einzelprofiling (der beruflichen und persönlichen Potentiale) stand auf dem Plan.
Danach wurde bereits mit größt möglicher Binnendifferenzierung gearbeitet, was sich in Form intensiver Einzelfallarbeit und Einzelberatung darstellte. So individuell wie jede Teilnehmerin ist, so individuell ist dann auch der Förderplan, den die Projektmitarbeiterinnen für bzw. mit der einzelnen Frau führen und umsetzen. Jede Teilnehmerin entwickelt ihre ganz persönlich geprägten Zielsetzungen, Wünsche und Bedürfnisse, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht.

Parallel zur kontinuierlichen Einzelberatung stellt die praktische Arbeitserprobung über AGH und Praktikum das wesentlichste Lern- und Erfahrungsfeld dar. Hier kann für den Alltag „trainiert und ausprobiert“ werden, Potentiale werden (neu) entdeckt und bewusst, öffentliche Anerkennung erfolgt und realistische Perspektiven werden entwickelt und auch schrittweise und strukturiert umgesetzt. „Der anfänglich oft scheinbar „unüberschaubare Knoten möglicher Vermittlungshemmnisse“ konnte in fast allen Fällen „entwirrt“ werden.

Aber auch dieser Projektdurchgang hat deutlich gezeigt, dass neben der individuellen und persönlichen Einzelfallbearbeitung die Zeit ein wichtiger Faktor ist. Das Projekt schiebt (Veränderungs-)Prozesse bei den TN an, die einfach längere Zeiträume zur Entwicklung/ Entfaltung benötigen, zumal hier oft an „verkrusteten“ Strukturen und Prägungen gearbeitet werden muss. Besonders, wenn ein Projekt u.a. Bewusstseinsveränderung/ Einstellungsänderung und Perspektiverweiterungen zum Ziel hat.

„BaF V“ hat zudem gezeigt, dass viele TN zunächst umfangreiche Klärungs- und Lösungsprozesse im persönlich-familiären Bereich abarbeiten mussten, bevor sich die Perspektive „Arbeitsaufnahme“ stellen konnte.

Das Beispiel von Claudia Gehling steht für einen „klassischen“ Projektverlauf mit Erfolg. Die Mutter eines Sohnes ist gelernte Zahnarzthelferin – hat aber auch bereits im Bürobereich gearbeitet, bis sie arbeitssuchend wurde. Zu Beginn des Projektes konnte sie sich gar nicht vorstellen, in der Altenpflege tätig zu werden. Im Rahmen der Arbeitserprobung lernte sie das St.Konrad Seniorenzentrum in Melle-Wellingholzhausen kennen und konnte dort ihre Eignung unter Beweis stellen. Die Einrichtung war dabei, im Zuge des Neubaus das neue, zukunftsweisende Konzept der Hausgemeinschaften zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurden Präsenzkräfte gesucht. Frau Gehling passte in das Team, so dass ihr ein zunächst auf zwei Jahre befristeter Arbeitsvertrag angeboten wurde.
Der Einrichtungsleiter, Herr Johannes Wolters, ist von den Fähigkeiten seiner neuen, allein erziehenden Mitarbeiterin überzeugt. Frau Gehling trägt damit heute wesentlich zum Wohlfühlgefühl der Bewohner/innen und zur verbesserten Serviceleistung des Seniorenzentrums bei. Ein Beispiel für die Motivation und Leistungsfähigkeit allein erziehender Frauen und Betriebe, die Familienfreundlichkeit ernst nehmen.

Unterm Strich waren aber auch alle anderen Teilnehmerinnen „Gewinnerinnen“: Jede Frau im Projekt hat sich auf ihre eigene Art und Weise weiterentwickelt in Richtung Berufstätigkeit.

Elke Berning, Projektleitung