„In allen Räumen ist was los…“
16. Januar 2011

Bereits einige Minuten vor 11.00 Uhr ertönten im Foyer der Fabi die ersten Klänge der Gruppe „Takkatina“, einer Band bestehend aus Menschen mit Behinderungen, die nun schon seit über 10 Jahren von Kurt Görner geleitet und zunehmend auch für öffentliche Auftritte angefragt wird. Die lebhaft-mitreißenden Darbietungen der 12 in Rot gekleideten Musiker und Musikerinnen waren die ideale Einstieg in diesen „Fabi in Aktion(en)-Tag“.

Das Programm war bunt gemischt, den Puppenspieler Wolfgang Gerner gab es mit seinem kleinsten meisten Zirkus GeLinde gleich zweimal zu sehen und bei beiden Vorstellungen war der Raum randvoll gefüllt mit Kindern und Erwachsenen, die gebannt dem folgten, was der Zirkusdirektor zu verkünden, der Gewichtheber zu stämmen und die Seiltänzerin zu balancieren hatte. Nicht nur am Ende dieser atembreraubenden Show war munterer Applaus zu hören.

Den gab es auch für all die Kursgruppen, die in anrührender Weise das über die letzten Monate Erarbeitete präsentierten. Da waren die Konga- und die BongoKinder mit Ingrid Neteler zu sehen und zu hören, Heidrun Flaspöhler’s Flötenkinder boten in immer neuen Konstellationen – Duetten, Soli und auch in der Gruppe – ihre Stücke dar und die Gitarrenschüler um Eckhard Heggemann gaben ein Konzert, das vielen, die dabei waren gewiss in Erinnerung bleiben wird. Nicht nur die Eltern der Schülerinnen und Schüler waren gekommen, auch andere BesucherInnen und Besucher fanden den Weg in den Fabi(Konzert)Saal, der war fast durchgehend bis auf den letzten Platz besetzt. Fast nahtlos ging das Eine über in das Nächste, die orientalischen Tänzerinnen von Marion Rieger und die Gruppe Tribal Fusion um Ruth Janßen machten Lust auf mehr, gaben aber auch einen Vorgeschmack auf ein Tanzprojekt, das die Fabi ab kommendem Herbst im Angebot haben wird. Ein wenig stiller und besinnlicher ging es beim meditativen Tanz mit Brigitte Görner, aber auch bei den Präsentationen und Mitmachangeboten der Tai-Chi-Lehrerinnen und Lehrer aus der Schule von Klemens J. Speer zu.

Zum Mitmachen gab es mehr als genug: Mützen bemalen, Farben schleudern, sich Hände massieren oder das Gesicht schminken lassen, gedächtnistrainierende Aufgaben lösen, Leckereien testen und Gesundes ausprobieren, selbst Masken bauen und im Fühlhaus stöbern, Wachsleuchten gestalten, kleine Kunstwerke mit Pinsel oder Kreiden fertigen, für eine Weile aktiv in die Welt des Filzens oder des Korbflechtens eintauchen, im oberen Flur die Arbeiten der Fabi-Töpferinnen bewundern oder kaufen, sich von den Mosaik- und/oder Handarbeiten inspirieren lassen oder im Fabi-Café ganz einfach nur geniessen, plaudern und sich stärken für das, was dann noch kommen soll.

Ein kleiner orangefarbener Zettel gibt Auskunft darüber, was wann und wo zu tun ist, Raum 9 steht ganz und gar den Jüngeren zur Verfügung, liebevoll angeleitet sitzen da die Kleinen in ihren Malerkitteln um den Tisch, die Väter bauen mit den Klötzen…. Aus dem oberen Flur ertönt Gesang - „Wo finde ic h den Chor? Ich möchte singen“, auch da nur strahlende Gesichter.

Und plötzlich heißt es aus der Küche: „alles ist alle,.. alles aufgegessen!!! – es gibt jetzt nur noch Kaffee und Kekse….“ Damit ist klar, dass die Veranstaltenden mit einem solchen Ansturm nicht gerechnet hatten. 600 Menschen waren es, die kamen und den Tag genossen, sogar ein Hund war mit dabei.

Dorothea Jöllenbeck, im Januar 2011

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