Das Gewürm als Teil der Schöpfung

Ein Familiennachmittag an der Arche in Lotte

"Gib mir die Schaufel, ich weiß, wo man einen finden könnte", ruft Martin durch den Garten der Arche. Er, acht weitere Kinder und ihre Eltern sind dabei, als Inke Koch (Dipl.-Ing. Landschaftsentwicklung) gemeinsam mit ihrem Mann Klaus alle auffordert, sich mit kleinen Schaufeln und leeren Marmeladengläsern vorsichtig auf die Suche nach Regenwürmen und anderem krabbelnden Getier zu machen.

Zuvor hatten die Teilnehmenden bereits ein kleines Theaterstück gesehen, in dem der Regenwurm "Lumbi" (korrekter Name: Lumbricus terrestris) von seinem arbeitsreichen Leben berichtete: Zusammen mit seinen zahlreichen Kollegen - unter einem Quadratmeter Wiese können, je nach Bodenart, zwischen 100 und 400 Regenwürmer leben - gräbt er unentwegt seine engen Rühren und Gassen. Durch die Röhren wird der Boden aufgelockert und das Wasser verteilt sich besser in ihm. Nachts ziehen Regenwürmer welke Blätter und Grashalme in ihre Gänge und beschleunigen so die Zersetzung abgestorbener flanzenteilen. Obwohl der Regenwurm keine Sinnesorgane hat, ist er zu erstaunlichen Reizwahrnehmungen und Reaktionen fähig. Er kann Temperaturunterschiede unterscheiden, schmecken, riechen, Licht und Berührung wahrnehmen.

Nachdem es geregnet hat, kommen Regenwürmer aus ihren Gängen gekrochen,
da sie durch ihre Haut atmen und durch das Wasser ersticken würden. Doch
dort angekommen erwartet sie die nächste Gefahr; das Vertrocknen durch
die Sonne.

Und nach den ersten theoretischen Infos haben auch alle Erfolg in der Praxis, und jede Gruppe hat einen Regenwurm gefunden. Bei der
anschließenden intensiven Beobachtung lernen die Kinder dann noch mehr, z.B. dass der Wurm beim Kriechen Geräusche macht, da er an einigen
Segmenten zur Fortbewegung Borsten hat. "Meine Oma, die findet die Würmer gut, wenn sie im Kartoffelbeet sind", berichtet Jakob stolz. Und
weiter geht es mit Informationen zu anderem Kleingetier, welches sich in den Marmeladengläsern befindet. Da ist z.B. die Kugelassel, die sich
zusammenkugeln kann, wenn sie berührt wird.

Und wo kommt der Regenwurm in der Bibel vor? In der Schöpfungsgeschichte. In einer kleinen abschließenden Andacht erfahren die Kinder,
dass auch der glitschige Wurm - genau wie alle anderen Lebewesen - innerhalb der Schöpfung eine wichtige Funktion hat, und deshalb von uns
mit Achtung behandelt werden sollte. Und damit die Kinder diese Botschaft noch mit nach Hause nehmen können, bekommt jeder eine Medaille
mit der Inschrift: "Gott sah an alles, was er geschaffen hatte, und siehe, es war sehr gut".

Organisiert wurde der Familiennachmittag von der Ev. Familien-Bildungsstätte e.V. in Osnabrück, wo es im Oktober einen weiteren Kurs zu diesem
Thema mit Inke Koch geben wird.