„Auf in den Sommerwald am Hüggel!“

Mit einem frohen Lachen im Gesicht schaut Katrin Schmidt, Referentin im Kinder- und Familienservicebüro der Gemeinde Hasbergen in die Runde. Sie begrüßt die Anwesenden und erläutert den Anlass der Zusammenkunft: was vor zwei Monaten noch Wunschtraum und lediglich ein Konzept auf dem Papier und in den Köpfen war, konnte dank der finanziellen Unterstützung durch die Hasbergener Firma Becker und den Rotaryclub Osnabrück Nord doch - überraschend rasch - Wirklichkeit werden. Und damit nicht genug: inzwischen haben bereits viele Eltern zum Stift und/oder Hörer gegriffen und ihre Kinder angemeldet. Die Rede ist von dem Projekt „Auf in den Sommerwald am Hüggel!“
Dieses gilt es, an diesem Vormittag der Presse und damit der Öffentlichkeit vorzustellen.
Während die Schulferien und damit auch die Einschulungstermine für ErstklässlerInnen in jedem Bundesland von Jahr zu Jahr variieren, endet das Kita-Jahr stets mit dem 31. Juli. Das hat in diesem Sommer in Niedersachsen zur Folge, dass die Kinder, die am 22.08.2011 (erster Schultag für die Erstklässler) eingeschult werden und deren Eltern berufstätig sind, ggf. für drei Wochen ohne Betreuung sind. In den kommenden Jahren wird sich dieses „Loch“ noch weiter vergrößern – im Sommer 2015 ist es dann fast 7 Wochen lang - danach liegen Kitazeit-Ende und Einschulungstermine voraussichtlich wieder näher beieinander.
Ausgehend von einer Anfrage Katrinder Kinder- und Jugendreferentin der Gemeinde Hasbergen diesbezüglich hat die Ev. Familien-Bildungsstätte e.V. Osnabrück die Initiative ergriffen und mit der Erarbeitung eines Konzeptes für ein innovatives Betreuungsangebot begonnen. Dabei handelt es sich um ein neuartiges natur- und wildnispädagogisches Projekt für die oben benannte Zielgruppe, das in mehrfacher Hinsicht Modellcharakter haben und in dieser Region einzigartig sein wird. Es ermöglicht Kindern grundlegende Erfahrungen in Wald und Wiese, begleitet sie beim Erkunden ihres unmittelbaren Lebensraumes, fördert Spaß und soziales Lernen in der Gruppe und verbindet Abenteuer mit der Vermittlung von naturbezogenen Fertigkeiten sowie biologisch-naturwissenschaftlichem Wissen. Das Konzept trägt beidem Rechnung: dem Wunsch der Eltern nach guter zuverlässiger Betreuung sowie der Chance, die dem ganz alltäglichen Abenteuer „Natur“ innewohnt.
Mit der Natur- und Wildnismentorin vom Natur unterwegs e.V. Björg Dewert konnte eine fachkompetente und zuverlässige Pädagogin gewonnen werden, die an diesem Morgen nicht nur ihr Team vorstellen kann, sondern auch über ihre Arbeitsweise informiert. Gemeinsam mit Johanna Friesel und Christian Janning wird sie die Gruppe der kleinen Naturabenteuerer anleiten und begleiten. „Kann man im Hüggelwald von Wildnis sprechen?“ so die Frage eines Anwesenden. Zunächst Gelächter und dann die ernstzunehmende Antwort der erfahrenen Umweltpädagogin: „Es geht vor allem darum, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre ganz eigene Kreativität zu entfalten und im freien Spiel einfach draussen rum zu forschen. Für uns als jetzt Erwachsene war dieses früher selbstverständlich.“ Darin sind sich die Anwesenden einig und so freut sich Bürgermeister Frank Stiller gemeinsam mit dem Präsidenten des Rotaryclubs Osnabrück Nord und Rainer Striedelmeyer vom Bauunternehmen Becker über das neu anlaufende Projekt.
„Ja, die Arbeit der letzten Wochen hat sich gelohnt“, so Dorothea Jöllenbeck, derzeitige Geschäftsführerin der Ev. Familien-Bildungsstätte e.V. Osnabrück. Zufrieden lehnt sie sich zurück und bekundet noch im gleichen Atemzug, dass sich ihre Einrichtung auch weiterhin für natur- und wildnispädagogische Massnahmen einsetzen wird. „In welcher Form es im kommenden Jahr hier in Hasbergen und evtl. auch in anderen Gemeinden des Osnabrücker Landkreises weitergehen wird, ist noch zu klären“ so die passionierte Netzwerkerin, „doch dieser Anfang ist sehr vielversprechend!“
Und dass in diesem Sommer auch das Krötenmobil des Vereines Natur unterwegs mit in den Hüggelwald kommt und dort als Schutz- und Sammelort für die Kinder zur Verfügung stehen wird, ist sozusagen das Pünktchen auf dem i und für die angehenden „Imännchen“ genau das Richtige.

Dorothea Jöllenbeck, 06. Juli 2011